Lauschglück von Enno Bunger

Musik, die mein Herz zum Klingen bringt – Enno Bunger und sein Album Flüssiges Glück.

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http://framerated.co.uk/tag/simon-pegg/ Seit Bosses “Weit weg” hat mir schon lange kein Lied mehr mein Herz so zum Klingen gebracht wie Enno Bungers Ponyhof. Gehört habe ich das Lied live, Bunger war zu Gast bei einer Autorenlesung, die ich vor Kurzem besucht habe. Grund genug für mich, da mal genauer nachzuhören.

Leider ist das aktuellste Longplay-Album “Flüssiges Glück” von 2015. Dennoch sprechen mich auch auf diesem Album viele der Texte an, denn sie beschreiben Lebenserfahrungen, die ich teile in wundervoll unkomplizierten Worten.
Zum Beispiel meine Wunschheimat Hamburg im gleichnamigen Lied. „Ich bin angekommen“, nie war ich so angekommen wie in meiner Zeit in Hamburg und auch für mich hieß es damals „wo aus kurz ein für immer wird“, auch wenn das mit dem für immer bei mir schließlich nichts wurde und ich nach Berlin umgezogen bin.
Den Satz: „wo mein Leben so viel wilder wird“, versteht wohl nur jemand, der in der Provinz aufgewachsen und als Mittzwanziger in die Stadt gezogen ist. Dieses plötzliche Gefühl unbändiger Freiheit in der Anonymität der Großstadt, die mich heute manchmal nach so langer Zeit in großen Städten inzwischen eher bedrückt.
Enno Bunger wird vorgeworfen, vor allem melancholische Lieder zu schreiben. Dennoch sind seine Texte hoffnungsvoll und optimistisch. Bunger ist Norddeutscher, die waren noch nie für ihre lautstarke Fröhlichkeit bekannt. Norddeutsche sind leise optimistisch, was ihnen so häufig als Ernst, Spießigkeit und Arroganz ausgelegt wird. Auch ich musste lernen, damit zu leben und kann heute ganz fröhlich darauf pfeifen.
Warum nicht zum Sound von Enno Bunger? Potenzial zum Mitpfeifen hat das vier Jahre alte Album. Zum Beispiel, wenn er wunderbar liebevoll über das Vaterwerden singt (zwei Streifen) oder über die verborgene Liebe in „Heimlich“. Das wünsche ich mir übrigens als Duett mit Judith Holofernes: „heimlich fühl ich mich bei Dir zu Hause. Heimlich will ich ständig bei Dir bleiben. Mit Dir will ich im Fahrstuhl stecken bleiben. Mit Dir bin ich weniger allein.“
„Das Licht am Ende des Tunnels ist kaputt“, heißt es fast am Ende des Albums, schade. Ich wäre definitiv bereit für ein neues Licht am Ende des Tunnels in Form eines neuen Albums. Mit Ponyhof ist ja der erste Grundstein gelegt und ich hoffe, dass ich nicht zu lange auf mehr warten muss.