Roermond – unterschätztes Städtchen

Roermond. Eine hübsche kleine Stadt in den Niederlanden, die weitaus mehr zu bieten hat als das Designer Outlet, für das die meisten Besucher herkommen.

Meine neueste Zufallsbekanntschaft heißt Roermond. Eine hübsche kleine Stadt in den Niederlanden, die weitaus mehr zu bieten hat als das Designer Outlet, für das die meisten Besucher herkommen.

Es sollte ein Treffen mit alten Bekannten werden, die in der Nähe von Roermond wohnen, ansonsten wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen Ausflug dorthin zu machen. Dabei kann sich der niederländische Ort sicher nicht über mangelnden Besuch aus dem benachbarten Deutschland beschweren: rund 2,8 Millionen Besucher kommen jährlich nach Roermond, überwiegend um das Designer-Outlet nahe der Innenstadt zu besuchen. Immerhin 40% schaffen von dort noch den Sprung in die wunderschöne Innenstadt. Ich reise wieder einmal anders als die anderen, während meines dreitägigen Aufenthaltes habe ich keinen Fuß in das Outlet geworfen. Und das war auch gut so.

Roermond hat zwar nur 58.202 Einwohner, dafür aber sehr attraktive Geschäfte und Gastronomie in der Innenstadt. Kleine, einzigartige Läden mit hübscher Mode, Accessoires, Geschenkartikeln und vielem mehr laden zum Bummeln ein. Daneben gibt es natürlich auch bekannte Einkaufsketten, aber wer braucht die, wenn man hier auch Einzigartigkeit entdecken kann. Alle paar Meter laden Cafés, Bars, Imbisse, Restaurants zum Verweilen ein, was wir ausgiebig tun.

Die Innenstadt ist alt, gespickt mit wunderschönen Giebelhäusern und alten Backsteinbauten. Darüber thronen die Liebfrauenkirche-Münsterkirche aus dem 13. Jahrhundert, die leider bis auf den Vorraum geschlossen war, sowie die Kathedrale St. Christophorus aus dem 15. Jahrhundert. St. Christophorus ist eine sehr prunkvolle katholische Kirche und liegt direkt am Jakobsweg. Das Besondere im Innern: Es gibt hier ein paar moderne Bleiglasfenster, links vom Altar mit Szenen aus dem KZ zum Gedenken an die verfolgten Kirchenvertreter. Das hatte ich so auch noch nicht gesehen, finde es aber gelungenen einem so geschichtsträchtigen Ort auch auf die Neuzeit einzugehen.

Denkt man eigentlich, dass man sich im Geschäftsviertel schon in einer Altstadt befindet, so ist dies nicht ganz korrekt. Um in die Altstadt zu gelangen, muss man die Innenstadt in Richtung der Straße Roerkade verlassen. Dort reihen sich  Restaurants wie das Café Du-Pont oder Hotel De Pauw aneinander und plötzlich fühlt man sich wie in Frankreich. Gegenüber nimmer man den Weg über die Maria Theresia Brug (auch Steinerne Brücke genannt) und steht in der Mini-Altstadt. Diese ist ein wenig verschlafen, ein reines Wohnviertel aus vielleicht nichtmal 20 Häusern, aber einen kurzen Abstecher wert, denn von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Innenstadt mit der Rur.

Bummeln, essen, verweilen, der Ausflug hat sich gelohnt und nächstes Mal darf es für die Stadt locker noch ein Tag mehr sein und sogar mehrere Tage mehr, um Roermond als Start für Radausflüge zu nutzen. Denn, so habe ich gerade gesehen: In der Region gibt es 50 mögliche Radtouren, die man unternehmen kann: https://www.outdooractive.com/mobile/de/radtouren/roermond/radtouren-in-roermond/10190432/